„Du kennst meinen Namen!“

Geschrieben von Ulf B. am 17.12.2016

Immer wieder werden wir in unserer Arbeit mit der aktuellen Flüchtlingssituation konfrontiert. Zuletzt trafen wir in einem neuen Kindertreff zwei Kinder, die wir bereits aus einer anderen Unterkunft kannten. Nach wir vor leben sie nun seit ungefähr zwei Jahren in unterschiedlichen Flüchtlingsunterkünften. Was das für eine Familie bedeutet, kann man sich nur vorstellen.

Umso mehr bedeutet es den Kindern, wenn ihnen Freude, Zeit und Aufmerksamkeit geschenkt wird. So auch Roshanak*. Sie war eins der Kinder, das auf unsere Mitarbeiter zu lief und rief: „Ich kenn dich! Du warst auch in der Schnackenburgsallee!“. „Ja“ antwortete die Mitarbeiterin „du bist doch Roshanak!“. Roshanak* huschte ein breites Stahlen übers Gesicht: „Du kennst meinen Namen!“ Bei all den Kindern, hatte die Mitarbeiterin sich ihren Namen gemerkt!

Während der Spiele wurde Roshanak häufiger beim Namen genannt und ermahnt sich an die Regel zu halten, sich hinzusetzten oder zuzuhören. Aber es schien sich überhaupt nicht zu stören, dass man ihr Verhalten kritisierte. Viel mehr wirkte es so, als wäre sie jedes Mal wenn ihr Name fiel ein kleines bisschen glücklich. Überrascht blitzten dann ihre Augen und ein kleines Strahlen lächelte sie in sich hinein. Roshanak merkte an diesem Tag, dass sie nicht nur eins von viele Kindern war, ein kleiner Baustein im großen und undurchsichtig Flüchtlingssystem. Nein, sie war Roshanak. Ein Mädchen, das gekannt wurde. Sie war wichtig und einzigartig.


image Manchmal ist es schwierig für die Mitarbeiter, sich die Namen zu merken und in der großen Gruppe auch jedes einzelne Kind zu sehen. Aber gerade auch diesen "kleine Mehraufwand" - manche würden es eine Extrameile nennen - gewinnt die Arbeit an so viel mehr Qualität. Denn wenn wir die Kinder kennen, ihre Namen ihre Eigenheiten, Vorlieben und Charakterzüge, lassen wir sie spüren, dass sie nicht einfach irgendwie mit der Flüchtlingswelle nach Hamburg gespült worden sind. winnie wo sie keiner kennt und niemand kümmert. Nein, sie sollen wissen, dass sie einzigartig, wertvoll und wichtig sind. Wir wollen ihnen so gut wir kenne zeigen, dass wir uns um sie kümmern, dass ihre Situation uns bewegt und wir sie gerne kennen.

Vielen Dank ihr lieben Mitarbeiter, die ihr das Woche für Woche möglich macht! Vielen Dank für jede einzelne Extrameile!

Für jede finanzielle Unterstützung auf folgendes Konto sind wir von Herzen dankbar!
Die Stadtinsel e.V.
IBAN DE15 2005 0550 1207 1395 42
BIC HASPDEHHXXX

*die Namen der Kinder werden in unseren Beiträgen grundsätzlich zu ihrem Schutz geändert.

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